Wir übernehmen unseren „Adventurer“

Wir waren relativ ausgeschlafen, als der Wecker klingelte und hatten sogar Hunger! Der erste große Schock ereilte uns nach dem Frühstück, als der Vermieter uns mitteilte, dass es seit letztem Jahr eine neue Regelung der Versicherung gibt, nach der kanadische Mietmobile nur 29 Tage in USA verbleiben dürfen!!! Wir haben mindestens 2 Monate geplant! Er hat noch einmal telefonisch nachgefragt, nichts zu machen. Nach der abgelaufenen Zeit müssten wir zu ihm auf das Firmengelände fahren, das Mobil auf Schäden untersuchen lassen und dürften dann erneut für 29 Tage nach USA. Wieso eigentlich 29 Tage? Vier Wochen sind 28 Tage, ein Monat hat 30 oder 31Tage! Herr Kunke hat uns dann zugesagt, dass wir nach 30 Tagen nach dem Grenzübertritt mit Ausreisestempel bei ihm anrufen können, ihm mitteilen, dass alles in Ordnung ist und dann sofort wieder in die USA zurückkehren können. Trotzdem bedeutet das, dass wir unsere gesamte Planung umschmeißen müssen!
Um ca. 800 € ärmer (Versicherung, Leihgebühr Navi, Nationalparkausweis, Brückenzoll etc.) wurden wir dann zurück zum Wohnmobil gebracht und es gab die große Einweisung durch den Chef persönlich. Außer uns war noch ein Paar aus Osnabrück da mit dem gleiche Fahrzeugtyp. Die Flotte besteht aus 73 unterschiedlich großen Wohnmobilen, also ein ganz schöner Materialwert! Trotzdem ist es eine kleine Firma mit nur 3 oder 4 Angestellten. Wie das in der Hochsaison geht, keine Ahnung! Wir baten um ein Spannbettlaken zum Wechseln und um ein paar weitere Hand- und Geschirrtücher. Die Ausstattung der Wagen ist vielleicht für 3 Wochen ausreichend, aber nicht für 3 Monate, auch wenn wir natürlich unterwegs waschen werden. Unsere leeren Koffer konnten wir deponieren, wir hätten mangels einer Heckgarage oder größeren Außenstauräumen auch nicht gewusst, wo wir sie lassen sollen.
Nun zu unserem Mobil: Es sieht ganz hübsch aus, ist erst 3 Jahre alt und hat etwas über 60000 km gefahren.
01 unser Abenteurer
Die Einrichtung ist noch tiptop, recht funktional mit großer Winkel-Heckküche, Seiten-Sitzgruppe, einem zusätzlichen Sessel wie in einer Wohnung, Alkovenbett und einem winzigen Bad. Tür zu geht nur im absoluten Ausnahmezustand! Die Polsterbezüge sind gewöhnungsbedürftig, das Holzwerk ist hell, der technische Standard ist für europäische Verhältnisse lachhaft. Ein-Hebel-Mischbatterien scheint man im kanadischen Wohnmobilbau nicht zu kennen. Eine Zündsicherung beim Gasherd existiert nicht, auch kein Gaswarngerät, weder eine Abdeckung noch ein Flammenschutz zur Wand hin. Die Metallkurbeln an den Dachluken sind ein Witz und gleichzeitig sicher gar nicht mehr witzig, wenn man beim Verlassen des Alkovens bei Nacht daran hängenbleibt. Die Heizung ist einfachst. Spots oder LED-Lampen sucht man vergeblich. Andererseits haben wir aber einen Backofen, eine Mikrowelle, ein riesiges Gefrierfach, einen großen Kühlschrank und natürlich die in Kanada und USA absolut gebräuchliche Möglichkeit, Frisch- und Abwasser samt Toilettentank auf den Campingplätzen direkt anzuschließen. Unser Basisfahrzeug ist ein Ford mit Automatikgetriebe, aber auch das ist
nur bedienbar mit einem hakeligen Schalthebel am Lenkrad. Wir müssen alle 1500 km den Motor-Ölstand überprüfen und gegebenenfalls Öl nachfüllen (!) und alle 7500 km irgendwo einen Ölwechsel vornehmen lassen!
Wir sind auf dem Weg zum Campingplatz (wir wollen uns ja erstmal Vancouver ansehen) an einem Einkaufszentrum vorbeigefahren, um uns mit den Sachen zu versorgen, die unsere Lebensmittelbestellung nicht beinhaltet hatte. Das erste Problem hatten wir damit, einen Einkaufswagen aus der Verankerung zu lösen! Man muss wie bei uns eine Münze in einen Schlitz stecken, dann aber, wie bei uns beim Zurückgeben des Wagens, das Entriegelungsteil in eine Vorrichtung stecken. Darauf sind wir nicht gekommen! Interessant war dann auch, dass die Kassiererin unsere Einkäufe beim Scanvorgang sofort in Unmengen von zerfledderten Plastiktüten verstaute. Andere Länder, andere Sitten. Sie fragte uns, ob wir eine Kundenkarte hätten und nahm dann eine „Visitor“-Karte, die uns 16 $ einsparte!

12 erster Einkauf

Unser Navigationsgerät brachte uns zuverlässig zum RV-Park, wir bekamen einen schönen, nicht sehr großen Platz, aber mit etwas Rasen neben der asphaltierten Standfläche und der obligatorischen Sitzgruppe aus Holz. Der Mann an der Rezeption sprach sofort deutsch mit uns, er hatte in Deutschland gelebt! Die Preise sind gesalzen, wie offenbar für alles in Kanada. Für eine Nacht zahlen wir umgerechnet 40 €!!! Immerhin ist der Strom pauschal, mit einer traumhaften Absicherung von 30 Ampere. Und zum Auffüllen des Gastanks kommt der Gaslaster direkt an den Platz! Es regnete immer noch und so haben wir in Ruhe unsere Habseligkeiten und die Einkäufe verstaut. Dann schlug der Jetlag zu!

09 ein hübscher   10 kanadischer Gaslaster   11 kommt zum Stellplatz

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Über Oscarlotta on tour

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