Ein Erdhörnchen, ein Braunbär, ein Kolibri

Das war unsere Tagesausbeute an freilebenden Tieren heute (7. Juni)! Wir sind von Revelstoke aus, wo wir die Nacht auf einem urigen Campground verbracht haben, den Uschi von vor 16 Jahren kannte, noch ein Stück Richtung Rocky Mountains gefahren, bis auf 1330 m Höhe am Rogers Pass. Der Trans-Canada Highway Nr. 1 verläuft durch den Mount Revelstoke National Park und dann quer durch den Glacier National Park. Die Berge rundherum sind schon ganz schön hoch (bis 3000 m) und schneebedeckt. Gletscher haben wir zwar keine gesehen und leider hatten wir auch kein schönes Foto-Wetter, aber gelohnt hat es sich trotzdem. Oben war das Netteste ein kleines Erdhörnchen, das in einem kleinen Wiesenstück unter einer Tanne lebte und bei Gefahr zwischen den Ritzen der Randsteine und in gegrabenen Höhlen darunter verschwand.

06 KOA Revelstoke   08 KOA Revelstoke   07 KOA Revelstoke   11 KOA Revelstoke
03 Rogers Pass   04 Rogers Pass   01 Rogers Pass
06 Rogers Pass   05a Rogers Pass

Wieder in Revelstoke zurück, haben wir uns das Städtchen angesehen und – wow- es gab so etwas wie einen Ortskern! Immerhin eine kleine Straße mit ein paar Geschäften und ein paar Lokalen, sogar mit der Möglichkeit, draußen zu sitzen. Zwar jeweils nur 3-4 Tische, aber immerhin! Wir entdeckten eine Bäckerei mit angeschlossenem Gastraum und bekamen einen vegetarischen Snack.

09 Revelstoke   10 Revelstoke   11 Revelstoke   11a Revelstoke

Gut gestärkt bogen wir danach rechts ab und folgten dem Columbia River Richtung Nakusp. Auf dieser kleinen Landstraße waren wir dann fast allein unterwegs und fühlten uns richtig in der kanadischen Widnis. Auf halber Strecke endet die Straße und es gibt eine Fähre auf die andere Seite des Columbia Rivers. Wie in Skandinavien war die Fährpassage kostenfrei, da sie die einzige Möglichkeit darstellt, weiterfahren zu können. Die Fähren verkehren nur alle Stunde und bis die nächste eintraf, war die Warteschlange doch recht lang geworden. Der Einweiser fragte uns, ob wir unsere Gasflasche zugedreht hätten (hatten wir!) und lobte uns als „good girls“. Danach sprach er deutsch mit uns und es stellte sich heraus, dass er Deutscher ist, vor 22 Jahren als Tourist in Kanada seine Frau kennengelernt hatte und hier geblieben ist. Von ihm bekamen wir dann auch den Tipp für unsere nächste Übernachtung. Die Fährfahrt war beeindruckend, da der Columbia River rundherum von Bergen umgeben ist und durch einen Nebenarm die Ausmaße eines Sees hat. Wir fühlten uns sehr an einen norwegischen Fjord erinnert! Überhaupt ist Kanada in diesem Teil wie Skandinavien: die Wälder von Finnland, die Seen von Schweden und die Berge von Norwegen.
12 Fährfahrt über den Columbia River   13 Fährfahrt über den Columbia River   14 Fährfahrt über den Columbia River

Wieder an Land und auf der Straße waren wir bald wieder allein unterwegs. Alle anderen haben es nämlich immer viel eiliger als wir und sobald es zweispurige Abschnitte gibt, wird überholt. Und plötzlich krabbelte aus dem Dickicht neben der Straße ein junger Braunbär auf uns zu!!! Sah uns kurz an, drehte sich langsam um und verschwand wieder zurück in den Wald. Wollte mal kurz Autos gucken. Wahrscheinlich ist er von Mama zurückgepfiffen und fürchterlich geschimpft worden! Unser erster Bär!!! Leider ging alles so schnell (wir fuhren ja), sodass wir kein Foto von ihm haben 😦
Der Übernachtungstipp stellte sich dann als ein Campground im McDonald Creek Provincial Park heraus und hier gab es keine Rezeption, sondern eine Box mit Anmeldezetteln incl. Briefumschlag, eine Instruktion und eine Art Briefkasten zur Rückgabe von Anmeldung und Geld. Die Stellplätze waren wildromantisch mit Blick auf (immer noch) den Columbia River und unter sehr hohen Tannen. Die wurden uns unheimlich, als es plötzlich zu stürmen anfing. Rundherum lagen schon einige auf dem Waldboden und in der Beziehung haben wir ja seit 2007 eine kleine Phobie. Ein Ranger erschien, schaute auch etwas besorgt nach oben und geleitete uns zu einem Wiesenteil, der eigentlich noch gesperrt war. Er zeigte Uschi auch gleich noch, dass dort wilde Pfefferminze wächst! Hier gibt es jetzt außer wunderschöner Natur und ein paar Klohäuschen im Wald nichts. Ein Kolibri kam noch kurz vorbei, hallo sagen, wollte sich aber ebenfalls nicht fotografieren lassen. Wir halten Ausschau nach weiteren Bären, aber vorsichtshalber aus dem geschlossenen Auto heraus! Es ist dann übrigens wirklich noch ein Baum umgefallen, quer über die Zufahrtsstraße!

15 McDonald Creek Provincial Park   16 McDonald Creek Provincial Park   17 McDonald Creek Provincial Park   18 McDonald Creek Provincial Park   21 McDonald Creek Provincial Park

Über Oscarlotta on tour

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4 Antworten zu Ein Erdhörnchen, ein Braunbär, ein Kolibri

  1. ninos schreibt:

    Hi Ihr Zwei. Da kann man ja wirklich neidisch werden. Eure Reise hört sich wirklich spannend und interresant an. Und die Natur ist einfach der Wahnsinn. Hoffe es geht euch gut. Bei uns ist alles paletti 😉 Melden uns wieder. GLG Ninos

  2. Harald schreibt:

    Hallo, bin wieder „an Bord“. Habe Eure letzten Berichte wie einen Roman gelesen, spannend. Ich habe es sehr bedauert, auf meiner Reise durch Hochwasser, Notevakuierung etc. (mein gesamtes Equipment ist noch in Österreich), keine Berichte von Euch lesen zu können. Ich litt richtig unter Entzugserscheinungen, man kann sich doch mächtig an so interessante Reiseberichte gewöhnen, zumal ich die Reise vor Jahren gemacht habe und viele Eindrücke von Euch teile (Natur, Orte etc.). Ich habe meine Straßenkarte von damals hier auf dem Schreibtisch liegen und verfolge jeden Kilometer von Euch. Ihr seid nicht allein. Bitte weiter so!
    LG Harald.

  3. Anja schreibt:

    Tolle Bilder! Was ist denn 2007 passiert?

    • blogadmin schreibt:

      Hi Anja! 2007 ist bei einem Orkan in Spanien ein Baum entwurzelt worden und auf meine Frieda gefallen!!! Zum Glück war ich nicht drin und der Schaden war reparabel. Aber seitdem reagieren wir unter hohen Bäumen bei Sturm etwas hysterisch 😉

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