Westbay Marine Village – Victoria – Vancouver Island

02 Nordwestküste und Vancouver Island    Wie geplant, haben wir am Donnerstag um 12:45 die Fähre von Port Angeles nach Victoria genommen. Wir hatten nicht reserviert, waren aber in weiser Voraussicht ziemlich früh an Ort und Stelle. Wir konnten uns sofort in die Spur für Wohnmobile einsortieren, bezahlten umgerechnet knapp € 60 (für 1 1/2 Std. Fahrt nicht viel), hatten eine ruhige Überfahrt und sogar ganz kurz Wale neben uns!

15 Black Bell Ferry

In Victoria hatte Uschi einen RV Park herausgesucht, der damit wirbt, dass man per Wasser-Taxi in die Innenstadt fahren kann. Das kostet allerdings $ 10 pro Person und Fahrt! Eine Busverbindung gibt es auch und einen Fußweg von ca. 45 Minuten. Wir entschieden uns für die Hinfahrt für den Wasserweg und die Bootstour entwickelte sich zu unserer Freude zu einer halben Hafenrundfahrt. Wir sahen in unmittelbarer Nähe mehrere Wasserflugzeuge landen und starten und zwei balgende Seehunde.

10 RV-Park   08 Hafenfähre   09 Hafenfähre
11 Wasserflugzeug   12 Wasserflugzeug   13 Wasserflugzeug

In der City hatten wir dann wirklich den Eindruck, in der Urlaubssaison unterwegs zu sein. Kein Wunder, wenn man liest, dass die Stadt zwar nur 80000 Einwohner hat, aber jedes Jahr mehr als 3,5 Mio. Besucher, von denen die meisten vermutlich im Sommer kommen. Das Klima hier ist am mildestens von ganz Kanada und der Blick auf Wasser rundherum und auf schneebedeckte Berge gegenüber auf dem kanadischen Festland begeistert. Und die Stadt selber auch! So klein und überschaubar sie ist, hat sie doch mit ihren hübschen restaurierten Häusern, viel Blumenschmuck, einer netten Chinatown und natürlich dem Innenhafen samt Promenade, Prunkhotel, Parlamentsgebäude und den vielen Gauklern, Musikern und Verkaufsständen für uns mehr Flair als Vancouver und Seattle zusammen.

17 Victoria   16 Victoria   19 Parlament   18 The Empress

39 Orcas

22 Gebäude   23 Gebäude   24 Gebäude   25 Gebäude 26 Gebäude   27 Gebäude   31 Gebäude   30 Gebäude

28 Gebäude

33 Chinatown   34 Chinatown   35 Chinatown   36 Chinatown

37 Chinatown

Etwas Geschichte: 😉
Im Jahr 1778 war James Cook der erste Engländer, der an der nördlichen Pazifikküste ankerte. Er suchte eine Passage, die Juan de Fuca 1592 in die Karten einer spanischen Expedition eingetragen hatte. Als dann Cook nach einem schweren Sturm in Vancouver Island einlief, um seine Schiffe zu reparieren, schloss er gleich eine Art Freundschaft mit den Einheimischen. Otterpelze lockten britische und amerikanische Händler an die Küste des Pazifiks und in Nootka Sound gründeten sie ein Lager. Als 1789 die Spanier ein Kriegsschiff entsandten, mussten sie Nootka Sound räumen. Das hätte beinahe zum Krieg von Großbritannien gegen Spanien geführt. Doch Spanien gab nach, und die Briten entsandten ihren British Royal Navy Captain George Vancouver. Er schaffte es, dass sich die Spanier südlich zurückzogen. Alaska war im Besitz der Russen. George Vancouver beanspruchte das Terrain dazwischen für die Briten. British Columbia wurde geboren. 1843 gründete die Hudson’s Bay Company ein Handelsfort an der Südspitze Vancouver Islands, hauptsächlich für den Walfang und Fellhandel, Fort Victoria. Benannt ist es nach dem bis heute am längsten regierenden britischen Oberhaupt, Königin Victoria (Regierungszeit von 1837 bis 1901). Die Stadt boomte ab 1860 und es gab nicht weniger als 85 Kneipen mit Schanklizenz! Wer an noch mehr (Stadt-) Geschichte interessiert ist, kann hier klicken!

Unser RV Park war mit einer kleinen Marina verbunden und umgeben von einer Anzahl von Hausbooten. Der Name ist allerdings nicht mehr ganz zutreffend, handelt es sich doch in keinster Form um Boote, sondern um mehrgeschossige Holzhäuser auf Schwimmpontons. Diese Art zu wohnen hat aber trotzdem seinen Reiz!

01 Hausbootsiedlung   02 Hausbootsiedlung   03 Hausbootsiedlung
04 Hausbootsiedlung   06 Hausbootsiedlung   07 Hausbootsiedlung

05 Hausbootsiedlung

Und natürlich haben wir auch wieder eine Nachbarschaftsstory zu bieten: 😉
Bei unserer Ankunft wurde uns einer der wenigen freien Plätze zugewiesen, wir sollten ihn belegen und danach zum Bezahlen kommen. Im Büro bedauerte man, uns leider den falschen Platz gegeben zu haben, der daneben sei richtig. Der war noch kleiner und wegen der ausgefahrenen Markise des Nachbarn auf der einen und eines Baumes auf der anderen Seite für uns nicht anfahrbar. Und unser Venti ist ja schon klein! Ob sie nicht noch etwas anderes habe? Langes Suchen im Computer, ja – Platz 9 sei frei, aber nur für eine Nacht, danach sei er reserviert und wir müssten wieder umziehen. Wir bitten darum, uns Platz 9 ansehen zu dürfen. Er ist klein, ein dreieckiger Randplatz zur Slipanlage, aber dafür nur mit einem Nachbarn. ABER: Es parkt ein großer PKW darauf. Wir entschließen uns, den Platz zu nehmen, der Besitzer des Wagens wird ihn schon wegfahren, wenn wir kommen. Weit gefehlt! Durch die Dreiecksform und die Lage der Strom- und Wasseranschlüsse müssen wir parallel zum Fahrweg einparken, um den PKW herum. Venti ist klein, der Platz aber auch, links steht bis an den Rand ein weiterer Zugwagen, d. h., wir kurven ziemlich herum. Dann erscheint tatsächlich ein älterer, männlicher, englischsprechender Mensch und erklärt uns, dass hier ALLE längs und nicht quer stehen! Darauf erklärt Uschi ihm, warum wir das nicht tun werden und fragt, ob das sein Truck sei. Jaaa, ob er ihn vielleicht wegfahren soll? JA – DAS WÄRE NETT! Wir können endlich vernünftig einparken, Uschi schließt alles an, dann kommt besagter Mensch und fragt, ob wir jetzt fertig seien und er sein Auto wieder hinstellen könne? Bei soviel Unverfrorenheit fällt uns immer nicht sofort die passende Antwort ein, z. B., „Ja, gerne, wenn Sie sich mit 1/3 der Platzgebühr beteiligen.“ oder „Stell deine Karre doch auf deinen eigenen Platz, du Sack!“ Wir müssen mal nachsehen, was das auf englisch heißt! Er bot uns an, uns morgen früh etwas vom Einkaufen mitzubringen. NO, THANK YOU! Morgen früh bedeutete, wie sich herausstellte, 7 Uhr 15 – und der Truck stand direkt vor unserem Bett!
Um 10 Uhr war Uschi dabei, unsere Anschlüsse wieder zu entfernen und fing mit der Entsorgung an. Wir hatten uns entschlossen, weiterzufahren. Bis 12 Uhr hätten wir den Platz verlassen haben müssen. Ein jüngerer Mann tigerte dauernd vorbei und sprach sie schließlich an, ob wir bald fahren, er habe den Platz reserviert. Ja, bald, aber wir müssen/wollen erst noch frühstücken. Etwas später kommt er und fragt, ob er nicht seinen Faltwohnwagen schon mal mit auf unseren Platz stellen dürfe (der Truck stand inzwischen da, wo er hingehörte und hatte Platz dort, allerdings war kein Platz mehr zum Sitzen). Wir dachten erst, er habe mit Frau und drei Kindern die erste Fähre genommen und sei einfach zu früh dran. Dann stellte sich aber heraus, dass es schon eine Nacht da war und aus welchen Gründen auch immer möglichst schnell auf seinen reservierten Platz wollte. Diesmal war die Antwort NEIN!!! Habt ihr schon einmal gefrühstückt, wenn drei Plätze weiter jemand darauf lauert, dass ihr endlich fertig seid??? Wir fuhren um kurz vor 11 und erfuhren an der Rezeption, dass NIEMAND seinen PKW auf einen Nachbarplatz stellen darf (draußen gäbe es einen Parkplatz) und Anreise erst ab 12 Uhr sei. Es tue ihnen sehr Leid, aber es gäbe eben solche „rude“ people. Ja, haben wir bestätigt, die gibt es leider überall und immer mal wieder.

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2 Antworten zu Westbay Marine Village – Victoria – Vancouver Island

  1. Rudolf und Jutta schreibt:

    Hallo Mädels,
    Ihr habt es ja mit üblen Gesellen zu tun. Aber wir denken, dass Ihr mit denen gut fertig werdet. Die Männer denken sicher, die Frauen geben schon nach.
    Eure Berichte sind einsame Spitze. Man sieht nicht nur Bilder, man bekommt von
    Euch auch gleich die Geschichte mit dazu.
    Weiter so!!
    Lieben Gruß
    Rudolf und Jutta
    Rudolf

  2. Hildegard schreibt:

    Hi ihr Zwei.
    Konnte nun endlich wieder einsteigen und habe eure Berichte und Bilder der letzten fünf Wochen nach gelesen und dabei auch Rudhards Bruder entdeckt.
    Spannende Berichte und tolle Bilder
    Liebe Grüße Hildegard u.Rudhard

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