Back in the USA

Nicht nur wir konnten uns schwer von der Insel und Kanada trennen, man wollte uns auch offensichtlich nicht gehen lassen. Am Mittwoch gingen wir mal am Fährhafen vorbei, um uns eine Reservierung für die 11:30 Fähre am Freitag zu holen. Keine Reservierungen mehr möglich! Na gut, dann nehmen wir halt die Fähre um 15 Uhr. Auch keine Reservierungen mehr verfügbar, nicht für die Abendfähre um 19:30 und überhaupt keine mehr für das ganze Wochenende!!! Hmm – und nun? Wir können abends spät kommen und auf dem Gelände übernachten, um dann morgens die erste Fähre um 6:15 zu nehmen, wird uns mitgeteilt. Ein klein wenig zu früh für uns 😉 Wir beschließen, am Freitag kurz vor Ablegen der Fähre um 11:30 zu kommen in der Hoffnung, uns dann für die Nachmittagsfähre einsortieren zu dürfen. Beim Eintreffen wird uns schon mitgeteilt, dass die Nachmittagsfähre bereits voll ist, wir aber für 20:30 eine gute Chance haben. Wir könnten aber auch auf dem Gelände übernachten… Es gibt sehr gutes Internet im Fährhafen, durchaus eine Verlockung! Wir entscheiden uns dann doch für die Abendfähre, auch wenn wir nicht wissen, wo wir auf dem Festland dann noch übernachten können. Zwischen halb 2 und 3 Uhr müssen wir das Hafengelände verlassen, weil dann der Zoll kommt und nur noch die Passagiere anwesend sein dürfen, die die nächste Fähre nehmen. Man könnte sonst ja auch leicht kurzfristig Schmuggelgut auslagern. In der Stadt ist der Teufel los, Wochenendfeeling im Sommer. Wie wir später sehen, liegen drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen! Aber es ist toll, überall Straßenmusiker, Akrobaten, Verkaufsbuden, Fressstände etc… Es ergibt sich noch ein nettes Gespräch auf einer Parkbank am Hafen mit einem älteren Herrn, der seit 25 Jahren in Victoria lebt und bestätigt, dass das Wetter im Allgemeinen sehr gut sei. Aber so stabil wie dieses Jahr sei es die letzten 5 Jahre nicht gewesen. Ab 18 Uhr haben wir wieder Anwesenheitspflicht und irgendwann kommt der amerikanische Zöllner auch zu uns. Wir rechnen wieder mit einer Durchsuchung unseres Mobils, aber er stellt nur die üblichen Fragen. Da wir kein Schmuggelgut an Bord haben, sind wir ganz entspannt. Wir dürfen als drittes Fahrzeug auf die Fähre fahren, legen pünktlich ab, fahren im Sonnenschein noch einmal an unserem RV Park vorbei und dann über die Juan de Fuca Strait in den Sonnenuntergang.

01 West Bay Marina

Es ist 21:15, als wir in Port Angeles ankommen und noch einmal will der US-Zoll etwas von uns. Und diesmal verstehen wir auch die Frage, ob wir Firewood dabeihaben (hatte der Zöllner in Victoria auch schon gefragt). Ehrlicherweise bejahen wir und müssen unser aus USA mitgebrachtes (!) Feuerholz abgeben!!! Nun ist Campingplatzsuche angesagt. Um Punkt 22 Uhr kommen wir auf einem an, die Rezeption ist natürlich geschlossen, aber es gibt eine Nachtbox mit Anmeldezetteln und Anweisungen und wir finden im Dunkeln auch noch einen freien Platz. Geschafft! Um 22:45 draußen Motorengeräusch (Ruhezeit laut Campingplatzregeln von 22 – 8 Uhr), Stimmengewirr und dann klopft es bei uns und ein empörter Mensch erklärt uns, dass wir auf seinem Platz stehen! Ja – aber der Platz war leer, kein Kabel, kein Wasserschlauch, kein Stuhl? Er hat für zwei Nächte bezahlt und er will jetzt auf seinen Platz! Und wo sollen wir hin? Das ist nicht sein Problem! Es handelt sich um eine ganze Gruppe von Kaliforniern mit Mietmobilen und Wohnwagen und man war mit den PKWs und eben dem einen Mobil den Tag über unterwegs gewesen. Okay, müssen wir wohl weichen. Während ich Venti wieder fahrbereit mache, geht Uschi mit Taschenlampe raus, stöpselt schimpfend (auf schwäbisch!) Strom und Wasserschlauch ab und versucht dann einen anderen Platz zu finden. Jetzt scheinen wir zwei arme männerlose Frauen aus Germany aber doch Mitleid zu erwecken und einer der Männer hilft mit einer Stableuchte. Gegenüber ist ein Stück Wiese ohne irgendetwas (Strom, Wasser), aber für eine Nacht geht das ja. Am nächsten Morgen entschuldigt sich die Ehefrau des Rüpels bei Uschi und gibt zu, dass es geschickt gewesen wäre, den Platz als belegt zu kennzeichnen, wenn man vorhat, erst spätabends zurückzukommen. Immerhin bezahlen wir später dann auch nur den Preis für die Zeltwiese!

01 Highway 101   02 Highway 101 (unsere Fahrt von Port Angeles bis Hoquiam)

Wir sind ja nun wieder auf der uns schon sehr vertrauten Olympic Peninsula und wollen die uns noch fehlende Pazifikseite gen Süden fahren. Das erweist sich im Nachhinein als Fehler. Wir fahren 274 km durch Wald! Die Wälder hier sind toll, Mischwald, Regenwald, Urwald, Kahlschlagflächen mit Aufforstungen, aber eben Wald! 274 km! Drei Highlights gab es, ganz zu Beginn auf der einen Seite den wunderschönen, unglaublich blauen Lake Crescent, ein Gletschersee von über 22 km Länge (ok, nur noch 263 km Wald), für ca. 30 km rechts den Pazifik, ab und zu durch Waldlücken zu sehen (links Wald!) und den größten und dicksten Red Cedar Tree, wirklich beeindruckend (mitten im Regenwald).

03 Lake Crescent   04 Lake Crescent   05 Lake Crescent   06 Lake Crescent

07 Steilküste Pazifik

09 Big Red Cedar

10 Big Red Cedar   13 Big Red Cedar   15 Big Red Cedar

18 Hoquiam

Wir wollten eigentlich gar nicht so weit fahren, aber die Campgrounds, die wir anfuhren, sahen wenig einladend aus. Irgendwann waren wir dann kurz vor Aberdeen in Hoquiam, es gab einen gepflegten RV Park, der voll belegt war. Eine Reisemobilgruppe! Wir flehten um einen winzigen Platz für eine Nacht! Das sehr nette Besitzerehepaar sah uns wohl an, wie geschafft wir waren und platzierte uns auf der Parzelle einer Dauercamperin, die dieses Wochenende nicht da war. Wir passten gerade noch vor ihren Trailer und bekamen sogar einen Stromanschluss! Die Plätze hier sind seeehr großzügig angelegt, aber mit Oscarlotta hätten wir weiterfahren müssen. Heute (Sonntag) konnten wir umziehen auf einen freigewordenen Platz mit Blick auf den Little Hoquiam River, ein Tide-Fluss wie die Oste! Heute haben wir erst mal wieder einen Ruhetag gebraucht! Da das Wetter bedeckt und kühl war, wurde daraus ein überwiegender „Höhlentag“, dem ihr das Thunderbird-Album verdankt. 🙂

19 Hoquiam River RV Park

29 Copalis Beach   20 Hoquiam River RV Park   23 Hoquiam River RV Park   24 Hoquiam River RV Park

22 Hoquiam River RV Park

Über Oscarlotta on tour

Wer neugierig ist / more about us: schaut bitte in die rechte Seitenleiste / have a look at the blog sidebar, please - ODER / OR - schaut bei / have a look at youtube: https://www.youtube.com/watch?v=rJGTeAnNuPA (wir tauchen ab Minute 8:34 auf / you'll see us in minute 8:34)
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