Sie haben NICHT reserviert???

41 HoquiamAus dem einen Ruhetag wurden drei – es gefiel uns einfach gut am Little Hoquiam River. Wir haben von dort aus einen Ausflug an der Grays Bay entlang zur Küste gemacht, erst bis zum einen Ende der Landzunge bei Ocean Shores und dann in die andere Richtung über Ocean City bis Copalis Beach. In dem gesamten Bereich herrschen breite, menschenleere Sandstrände vor, obwohl es einen RV Park am anderen gibt. Gut, das Wetter ist gerade nicht so toll und der Pazifik von Natur aus kalt.

28 Copalis Beach   27 Copalis Beach  

Am Mittwoch sind wir unseren vertrauten Highway 101 weitergefahren bis kurz hinter Astoria an der Mündung des Columbia River. An der Einfahrt des KOA-Campingplatzes runzelte der Wachmann sorgenvoll die Stirn, als wir seine Frage nach einer Reservierung verneinten. Auch die Dame an der Rezeption schaute nicht glücklich, fand dann aber doch noch einen freien Platz für uns, allerdings ohne die Möglichkeit, direkt dort zu entsorgen. Die Entsorgungsstation sei auf der anderen Straßenseite im State Park. Nun gut. An unserem Platz im letzten Eck des Campingplatzes angekommen, stellen wir erstens fest, dass rundherum alle anderen Plätze frei sind und zweitens, dass ausgerechnet unser Platz total schief ist! Also latschen wir über den sehr großen KAO-Platz wieder zurück zur Rezeption und bitten um einen anderen Platz, es sei doch alles frei. Ohne Murren, aber mit enormem Computeraufwand werden wir umgebucht, erhalten zum gleichen Preis jetzt sogar einen Platz mit Entsorgungsmöglichkeit. Die anderen Plätze sind auch am nächsten Tag noch frei!

Lage KOA-Platz      01 KOA-unser Stellplatz      02 gegenüber nach links      03 gegenüber nach rechts

Hier steht alles im Zeichen von Meriwether Lewis und William Clark, die mit ihrem 40-Mann-Corps im Auftrag von Präsident Thomas Jefferson zwei Jahre lang einen (schiffbaren) Weg in den Westen des Kontinents gesucht hatten und im November 1805, dem Flusslauf des Columbia River folgend, am Pazifik ankamen. Hier errichteten sie das Fort Clatsop, in dem sie den Winter verbrachten, bevor sie im darauffolgenden Frühjahr den gleichen Weg wieder rückwärts antraten, quer über den Kontinent und stromaufwärts, mit Kanus! Wer an der gesamten, sehr beeindruckenden Geschichte interessiert ist, kann hier bei Wikipedia nachlesen.

Astoria verdankt seinen Namen dem Pelzhändler John Jacob Astor, der im Jahre 1811 das Fort Astoria als Handelsniederlassung für den Pazifischen Nordwesten gründete. Dies stellte die erste dauerhafte US-amerikanische Siedlung an der Pazifikküste dar. Die Niederlassung war für die weitere Besiedlung der Westküste bedeutsam. Mitte der 1840er Jahre fand im Rahmen des Oregon Trail ein starker Zustrom statt. 1847 wurde das erste US-amerikanische Postamt westlich der Rocky Mountains in Astoria eröffnet. Mit der Besiedlung des Oregon-Gebiets entwickelte sich Astoria zu einem bedeutenden Binnen- und Seehafen. Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf Fischfang, Fischverarbeitung und Holzwirtschaft. 1962 begann der Bau der 1966 eingeweihten Astoria-Megler-Brücke über den Columbia, die bis 1993 durch Mautgebühren bezahlt war. Sie verbindet die Staaten Washington und Oregon und ist 6,5 km lang. Besonders auf der Astoria-Seite ist sie sehr beeindruckend, weil sie hier (bei Hochwasser) eine Höhe von 60 m hat. Die Mündung des Columbia River in den Pazifik ist nur noch 6 km entfernt und gilt durch eine wandernde Sandbank (Columbia River Bar) am Übergang zum offenen Meer als eine der am schwierigsten zu navigierenden Seeschifffahrtswege der Welt. Es gibt Lotsen für den Pazifik und welche für den Fluss. Seit 1792 sind mehr als 2000 Schiffe dort gesunken, ein Wrack(teil) konnten wir in der Nähe des Campingplatzes am Strand anschauen. Es liegt dort seit 1906!
Heute (Donnerstag) sind wir vom Campingplatz aus nach Astoria gefahren, zum Stadtbummel. Erst mit ziemlicher Verzögerung haben wir begriffen, dass die seltsam altmodische „dänische“ Bäckerei/Café kein Unikat war, sondern dass die gesamte Altstadt so wirkt, als sei in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Zeit dort stehengeblieben. Solche Geschäfte, Auslagen, Warenangebote haben wir nie irgendwo anders gesehen und es scheint Absicht zu sein. Alles Vintage!

Mündung Columbia River
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Mit der ebenfalls antiken Schienenbahn (von 1913) sind wir für insgesamt 2 $ (!) von der einen Endstation bis zur anderen und wieder zurück gefahren. An den Endpunkten wurden einfach die Lehnen der Bänke umgeklappt, man setzte sich wieder in Fahrtrichtung und weiter ging es! Es gab einen Fahrer und einen Schaffner, der gleichzeitig alles kommentierte, was es zu sehen gab und einen Dritten, der an jedem Straßenübergang und vor jeder Haltestelle sowie bei der Weiterfahrt bimmelte. So entging uns auch die Gruppe von Seelöwen nicht, die es sich auf ein paar Stegen gemütlich gemacht hatte.

32 Astoria   33 Astoria   34 Astoria   35 Astoria   39 Astoria   40 Astoria   36 Astoria

Und zum krönenden Abschluss gab es mal wieder richtig leckere Fish ’n Chips!

41 Astoria   43 Astoria

Über Oscarlotta on tour

Wer neugierig ist / more about us: schaut bitte in die rechte Seitenleiste / have a look at the blog sidebar, please - ODER / OR - schaut bei / have a look at youtube: https://www.youtube.com/watch?v=rJGTeAnNuPA (wir tauchen ab Minute 8:34 auf / you'll see us in minute 8:34)
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Eine Antwort zu Sie haben NICHT reserviert???

  1. ninos schreibt:

    Hi Ihr Zwei. Wie könnt ihr aber auch nicht reservieren;-) Wie ich sehe geht es euch gut. Bei uns schlägt gerade ein Hitzerekord den anderen. Bin auch froh wenn wir uns freitag mit oscar in den kühleren Norden aufmachen. Eure Fotos am Anfang dieses Beitrags stärkt noch meine Vorfreude. Hoffe dass es nach der Fähre noch eine Übernachtungsmöglichkeit für euren schönheitsschlaf gab;-) Wünschen euch noch alles gute und eine schöne Zeit. Glg Ninos

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