Oregon

Oregon ist der zehntgrößte US-Bundesstaat und man behauptet, über alle Landschaftsformen zu verfügen, die es weltweit gibt: ganzjährig schneebedeckte (Vulkan-) Berge, dramatische Fluss-Canyons, Regenwälder, fruchtbare Felder, zerklüftete Steilküsten, sandige Strände, Steppenlandschaften, Wanderdünengebiete und üppige Täler. Fast die Hälfte der Gesamtfläche ist bewaldet(!). Der höchste Punkt ist der Mount Hood mit 3425 m, ein „schlafender“ Vulkan. Größere Ausbrüche sind aus der Zeit vor der Lewis und Clark-Expedition 1805 bekannt, der letzte Ausbruch mit kleineren Dampf- und Ascheemissionen war 1965.

41 Mount Hood

Oregon hat mehr als 7000 Brücken, 53 davon überdacht und unter Denkmalschutz stehend.

056 Oregon Coast (Newport)   46 Hood River

Es gibt mehr als 6000 Seen und ca. 180000 km Wasserwege, an die 6000 registrierte Campgrounds, 230 State Parks und 13 National Forests. An den Tankstellen darf man laut Gesetz sein Fahrzeug nicht selbst betanken. Es gibt keine Verkaufssteuer (tax), die, wie sonst überall üblich, auf den ausgezeichneten Preis noch aufgeschlagen wird. Die Einwohnerzahl beträgt 3,4 Millionen, davon leben 1,7 Millionen im Großraum Portland.

Oregon ist die Keimzelle der Besiedlung des Westens der USA, seitdem zwischen 1830 und 1870 an die 350000 Menschen in mühsamen Expeditionen vom Osten des Landes hier eintrafen. Über eine Strecke von ca. 3200 km galt es, Berge (z. B. die Rocky Mountains), Flüsse, Halbwüsten und Indianergebiete zu bewältigen. Die Menschen waren bis zu 6 Monate mit ihren Planwagen unterwegs, unter für uns nicht mehr nachvollziehbaren Bedingungen. Die Indianer ließen sie unbehelligt passieren, solange sie sich nicht in ihren Gebieten ansiedelten und halfen sogar mit ihren Ortskenntnissen beim Überqueren von Flüssen oder dem Durchqueren von unwegsamem Gelände. Kartenmaterial gab es ja so gut wie gar nicht, alle Erkenntnisse über dieses riesige Gebiet stammten aus den Aufzeichnungen der Lewis&Clark-Expedition und den Berichten der Trapper und Fallensteller und Goldsucher.

77 Lewis&Clark Expedition   78 Lewis&Clark Expedition   89 Siedlertreck   90 Siedlertreck

The Dalles (heute Sitz von Google) am Columbia River war das erste Ziel, danach ging es für einige den Fluss entlang weiter in das Willamette Valley, ein besonders fruchtbares Gebiet (heute u. a. Weinanbaugebiet). Das gesamte Gebiet, das sich damals Oregon nannte, war bedeutend größer als heute und seine Grenzen wurden erst 1846 im sog. Oregon-Kompromiss endgültig bestimmt. Mit dem Eisenbahnbau endeten schließlich die Siedlertrecks, nicht aber die Zuwanderungen. Verstärkt wurden diese noch durch die sagenumwobenen Goldfunde.

91 Ansiedlung

Wir sind von Florence aus östlich über Eugene bis in die Nähe von Redmond gefahren, eine sehr schöne Fahrt durch unterschiedliche Landschaftsformen. Erst gab es noch viel Wald, später dann immer mehr Farmland mit ausgedehnten Getreidefeldern. Etwas erschreckend war ein riesiges Gebiet mit ganz oder teilweise verbrannten Bäumen. 2003 wütete nach Blitzeinschlägen über mehrere Tage ein kaum zu löschender Flächenbrand, der 225 Quadratkilometer Wald zerstörte. In Culver bei Redmond fuhren wir wieder einmal einen KOA Kampground an. Der erste schneebedeckte Vulkanberg war vom Campingplatz aus gut zu sehen, der Mount Jefferson mit 3198 Metern.

01 Waldbrände   02 Waldbrände   04 Waldbrände
30 Redmond   32 Redmond   33 Redmond   34 Redmond

35 Redmond

Am nächsten Tag (Donnerstag) fuhren wir Richtung Portland zunächst weiter durch Farmland. Manche Farmen sehen so aus, als ob die ersten Siedler noch da seien und die Siedlervergangenheit wird sehr betont und verherrlicht. Alles, was aus dieser Zeit stammt, wird überall in unzähligen Antiquitäten-„Geschäften“ angeboten. Überhaupt lässt man alles, was nicht mehr funktioniert, einfach da stehen und liegen, wo es seinen Geist aufgegeben hat und wartet, bis es „antik“ geworden ist. Viele Autos, die noch auf den Straßen unterwegs sind, befinden sich schon in einem frühen Vorstadium! Für einen TÜV-gewöhnten Deutschen manchmal haarsträubend.

06 Ranch   08 Ranch   10 Ranch   12 Ranch

Wir kamen dem Mount Jefferson immer näher, die Landschaft veränderte sich zu steppenförmigem Buschland mit grandiosen Felsformationen und zerklüfteten Fluss-Canyons. Indianerland wie aus einem Karl-May-Roman! Heute Indianerreservat mit Casino und Resort!

37 Highest Desert

38 Mount Jefferson   39 Mount Jefferson   40 Mount Jefferson

15 Ranch   19 Crooked River Canyon (neue Brücke)   21 Crooked River Canyon (alte Brücke)   23 Crooked River Canyon (alte Brücke - Gestein) 24 Crooked River Canyon (Gestein-Detail)   25 Crooked River Canyon (Eisenbahnbrücke)   27 Crooked River Canyon   28 Crooked River Canyon (Gestein-Detail)

Wir befinden uns inmitten der Cascade Range, einem Gebirgszug, der sich vor ca 150 Mio. Jahren parallel zur Küste und dem Coastal Range-Gebirge entwickelt hat. Er zieht sich über 1100 km vom Südwesten British Columbias durch die Staaten Washington und Oregon bis nach Nordkalifornien. Hier liegen wie an einer Schnur aufgereiht die kegelförmigen Vulkane mit ihren bis in den Sommer hinein schneebedeckten Gipfeln. Man unterscheidet zwischen den North Cascades mit nicht (mehr) aktiv vulkanischen Bergen und den High Cascades mit den noch aktiven. Es ist der sog. „Pacific Ring of Fire“, das Gebiet, von dem aus alle Vulkanausbrüche oder Erdbeben der letzten 200 Jahre (seitdem es entsprechende Aufzeichnungen gibt) in der gesamten Pazifik-Region ausgingen und zu dem ca. 75% aller aktiven Vulkane der gesamten Welt gehören. Der letzte heftige Ausbruch war der des Mount St. Helens 1980, kleinere Eruptionen gab es bei ihm zuletzt 2006.

Pacific Ring of Fire

Als nächstes lag der Mount Hood an unserer Strecke und dem kamen wir dann schon sehr nahe. Er machte zum Glück einen sehr friedlichen Eindruck! Wir bogen von der viel befahrenen Hauptstrecke nach Portland ab auf eine Nebenstrecke und fuhren über einen kleinen Pass an ihm vorbei bis Hood River. Dort trafen wir dann mal wieder auf den Columbia River.

42 Mount Hood

In Cascade Locks machten wir Station auf dem dortigen KOA Kampground, wollen drei Nächte bleiben und von hier aus wieder einiges unternehmen. Direkt neben dem Platz verläuft eine Eisenbahnstrecke. Die Güterzüge, bestehend aus 2-3 Lokomotiven und über 100 Waggons, fahren laut und oft Signal gebend vorbei. Von einem der Stellplätze aus führt ein kleiner Pfad über einen Erdhügel direkt zum Gleis, ohne Schranke oder sonst irgendeine Hinderung. Die Züge sind zwar langsam und eben laut, aber auch so etwas wäre in Deutschland völlig unvorstellbar! Hoffentlich fahren sie nachts nicht!!! Ich fürchte, wir haben Pech, jetzt um 0:15 kommt gerade wieder einer vorbei! Es rumpelt und rattert und quietscht ziemlich lange, er fährt fast durch unser Bett! O je…

Über Oscarlotta on tour

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Eine Antwort zu Oregon

  1. Anonymous schreibt:

    Ihr Lieben…wir sind glücklich auf Fuerteventa. ..3 Wochen Sport non stop…alles ist super gut…ich kann leider eure Einträge nur noch in swhr klein verfolgen..lasst es euch gut gehen und kommt gut und gesund wieder nach Hause.
    .herzlichst eure Martina aus ihrer zweiten Heimat

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